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Nemrut Dagi – Heiligtum und Grabstätte aus vergangenen Zeiten

Türkei Beitragsbild Nemrut Dagi
Eine Touristenattraktion im Kurdengebiet

Wenn man den Nemrut Dagi googelt bzw. im Reiseführer nachschlägt findet man Bildern auf denen riesige Stein-Köpfe in prachtvollem Licht hoch oben auf einem Berg erstrahlen. Auch für uns war klar: spektakulär große Statuen auf einem hohen Berg – das müssen wir sehen! Erst haderten wir noch ein wenig, mussten wir für diese Sehenswürdigkeit doch ins Kurdengebiet fahren. Das Auswärtige Amt spricht für die Region eine Reisewarnung aus. Doch nach einigen Erfahrungsberichten die wir unterwegs hörten, haben wir uns entschieden zum Nemrut Dagi zu fahren.

Türkei: Nemrut Dagi

Nemrut Dagi ist ein 2206m hoher Berg, der schon von weitem wegen seiner ungewöhnlichen Gipfelaufschüttung zu erkennen ist. Die Erschaffung der Plattformen mit den riesigen Statuen stammt aus der Kommagenezeit vor über 2000 Jahren. König Antiochus hat das Grabheiligtum mitsamt den zu verehrenden Götzenstatuen geschaffen, um seine Verbindung mit den Göttern zu demonstrieren. Aus zwei Terrassen stehen jeweils 5 Statuen: 4 von Göttern mit griechischen und persischen Namen (um Zusammenhalt zu demonstrieren) und eine von sich selbst gleichgestellt mit denen der Götter. Außerdem gibt es Statuen von Löwen und Adlern, die die Götter beschützen sollen. In ursprünglichem Zustand waren die sitzend dargestellten Statuen 8-10m hoch.

Beeindruckend ist neben den Statuen auch die weithin sichtbare Gipfelaufschüttung, der Tumulus: hier wurde der massive Felsgipfel abgetragen und ein Grabheiligtum mit einem 50m hohen Berg von Schotter wieder aufgeschüttet. Gefunden wurde das Grab unter dem Schotter jedoch bisher leider nicht.

 

Die Statuen heute

Leider haben die Statuen aufgrund von Wind, Wetter und Erdbeben stark gelitten: die Köpfe sind abgefallen und wurden nun vor den Statuen aufgestellt. In ihren Gesichtern sind die Spuren der Zeit deutlich erkennbar.

1987 wurde Nemrut Dagi zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Seither wird auch fleißig investiert und das Projekt steht nicht still. Mittlerweile gibt es etwas unterhalb des Gipels ca. 1,5 entfernt ein Besucherzentrum mit großem Parkplatz. Von hier aus kann man seit neuestem nicht mehr weiter fahren sondern muss laufen oder für 3 Lira p.P. den Shuttle-Bus nehmen. Der Bus fährt einen aber auch nur näher an den Berg heran – die letzten Meter und den letzten steilen Anstieg muss man dann doch zu Fuß begehen.

Das Besucherzentrum kam uns ganz leicht überdimensioniert vor. Haben wir doch abgesehen von den Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangstouren kaum Besucher angetroffen. Im Besucherzentrum haben uns die Mitarbeiter von weiteren geplanten Entwicklungen erzählt wie z.B. einer Bahn zum Gipfel und der Abdeckung der Statuen im Winter zum Schutz vor Schnee und Frost.

Unser Vorschlag: solange die Köpfe im Winter nicht vor der Witterung geschützt werden sollte sich doch jemand finden der ihnen Mützen strickt? Wer kann gut stricken und hat Lust dazu?

 

Sonnenaufgang und -untergang am Nemrut Dagi

Wir haben den Gipfel nachmittags erreicht und sind bis abends geblieben. Immerhin sollen Sonnenauf- und Sonnenuntergang besonders beeindruckend sein sagt man. Und tatsächlich haben sich zum Sonnenuntergang sehr viele Menschen an der Westterrasse versammelt um das Spektakel zu bestaunen. Der Blick in die umliegenden Berge ist wirklich wunderschön! Unser Plan ein schönes Zeitraffer-Video zu drehen mit Abend- bzw. Sternenhimmel ging leider nicht auf. Denn nach Sonnenuntergang muss man den Gipel verlassen. Dieser wird anscheinend rund um die Uhr von Securities bewacht.

 

Da aber nicht nur der Sonnenuntergang sondern auch der Sonnenaufgang sehenswert sein sollen haben wir uns entschieden den auch noch mitzunehmen. Nachts blieben wir auf dem großen Parkplatz stehen – hier waren wir nicht die einzigen Camper und Irren, die schon um 4 Uhr morgens aufstehen wollten, um nicht nur den Sonnenaufgang zu sehen sondern auch den Beginn der Dämmerung nicht zu verpassen. Der Wecker hat früh geklingelt, die Nacht war kurz und dann sind wir auch noch zu Fuß den ganzen Weg bergauf gelaufen, da wir uns nicht sicher waren ob die Shuttle-Busse fahren. (Ja es fahren Shuttle-Busse auch ganz früh morgens. Das haben wir dann festgestellt als wir auf der Strecke überholt wurden). Und man kann es nicht glauben aber trotz der unnatürlichen Zeit haben sich erneut richtig viele Menschen auf der Ostterrasse eingefunden.

 

Unser Tipp

Du brauchst nicht für den Sonnenuntergang oder -aufgang auf den Berg zu gehen. Denn an der Sehenswürdigkeit der Statuen ändert es nichts. Schöne Sonnenmomente können überall aufgefangen werden – dafür muss man sich nicht 4 Uhr morgens aus dem Bett quälen.

 

Wer dennoch das Schattenspiel des Sonnenaufgangs bewundern möchte kann es sich hier ansehen:

 

 

 

Nemrut Dagi - Heiligtum und Grabstätte aus vergangenen Zeiten

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