Georgien

Erholsame Tage bei Telavi – der Wiege des Weinbaus

Georgien: Beitragsbild Telavi

Telavi // Ikalto // Alaverdi // Park Chavchavadze und Weingut Schumi

Nachdem wir bei Davit Gareja  eingesumpft sind nehmen wir uns in Telavi ein Zimmer in Lilias Guesthouse (Akhvlediani Street 44), um den Regen auszusitzen. Wir werden herzlich empfangen und bekommen ein großes Zimmer. Die Unterkunft hat eine Küche und zwei Gemeinschaftsbäder. Hier fühlen wir uns wohl!

In Telavi befinden wir uns auch schon inmitten der Wiege des Weinbaus. Schnell werden wir mit dem georgischen Wein warm und erfreuen uns an der traditionellen Weinherstellung und Trinkkultur.

 

Die Stadt Telavi

Beim alten Schloss gibt es eine Touristeninformation in einem schönen alten Haus mit Holzbalkon. Hier wurden wir mit einem Stadtplan und einigen Informationen ausgestattet. Leider ist das alte Schloss nicht zugänglich, da es aktuell restauriert wird (September 2017). Im unteren Teil der Stadt (Norden) findet man eine Markthalle in der man alle notwendigen Dinge erwerben kann, von Haushaltswaren über Obst, Gemüse, Käse bis hin zu schlachtfrischen Schweineköpfen.

Im westlichen Teil der Stadt gibt es eine Straße in der die Häuser sehr alt aber gut restauriert sind. Hier kann man die typische Bauweise bewundern: Steinhäuser mit Holzbalkonen. In den Gärten/ Einfahrten wächst häufig Wein – ein älterer Herr schenkt uns kurzerhand seine besten Trauben. Im östlichen Teil der Stadt befindet sich ein schöner Aussichtspunkt mit großer Reiterstatue. Wenige Meter entfernt findet man einen 900 Jahre alten Baum. Es handelt sich um eine Platane mit einem Durchmesser von 3,6m.

 

Die Umgebung von Telavi

In der Umgebung von Telavi kann man einige Klöster und Weingüter besichtigen. Wir haben interessehalber einen Fahrer gefragt was so eine Tagestour kostet. Für einen Tag mit Besichtigung aller Sehenswürdigkeiten und Stopp an Weingütern zur Verkostung (on top) wären ca. 27€ fällig geworden.

Wir entscheiden uns dafür nach ein paar Tagen Lilias Haus wieder zu verlassen, zurück in den Bus zu ziehen und die Highlights auf eigene Faust zu erkunden.

Georgien: im Kloster Alaverdi
Im Kloster Alaverdi

 

Das wildromantische Ikalto

Zunächst besichtigen wir das Kloster Ikalto (Koordinaten: 41.937418, 45.381042). Dieses besticht mit seinem wildromantischen Charme. Der Hof ist verwildert, überall liegen alte Grabsteine, Tonkrüge, etc. verteilt. Hinter der Klosterkirche ist eine kleine baufällige Kapelle. Man kann zwischen alten Mauerruinen auch noch im Boden eingelassene Tonkrüge in verschiedenen Größen finden, wie sie nach traditioneller georgischer Art zur Weinherstellung verwendet wurden. Andere Exemplare wurden dekorativ im Garten aufgereiht. Die Klosterkirche selbst hebt sich für uns nicht nennenswert von anderen ab.

Georgien: Das Kloster Ikalto
Das Kloster Ikalto
Georgien: Qveri-Löcher
Quevris-Löcher

 

Alaverdi und die heilige Schlachtstraße

Unser nächster Weg führt uns zur Klosterkirche von Alaverdi (Koordinaten: 42.032274, 45.376665), wo die Mönche sogar noch eigenen Wein produzieren sollen. Auf dem Weg dahin über eine lange Allee sehen wir am Straßenrand immer wieder tote Schafe am Baum hängen, die gerade geschlachtet oder gehäutet werden. Wir parken vor dem Kloster und Fridolin traut sich trotz des gruseligen Anblickes näher an die Schlachterei heran. Ich halte Abstand, doch das hilft nicht: wenig später kommt ein Auto herangefahren aus dem ein paar Männer aussteigen. Einer der Männer hält in der Hand einen lebendigen Hahn. Das Beil wird ausgepackt und zack, wird dem Hahn der Kopf abgehauen. Alles wird wieder eingepackt und 5 Minuten später sind sie auch schon wieder weg.

Offensichtlich ist das ein guter Platz um Tiere zu schlachten. Leider bekommen wir aufgrund der Sprachbarriere nicht heraus was diesen Platz besonders macht. Vermutlich schmeckt das Fleisch wenn es in der Obhut des Klosters geschlachtet wurde einfach besser. Teilweise wurden die Innereien wie z.B. das Herz zur Kirche gebracht und gespendet – scheint wohl zu helfen.

Georgien: auf der heiligen Schlachtstraße
Auf der heiligen Schlachtstraße

Nach den für uns ungewohnten Schlachterlebnissen besichtigen wir noch die Klosteranlage. Hinter den großen Mauern ist tatsächlich eine kleine Weinreben-Anlage. Natürlich gibt es auch einen Kirchen-Shop für Fans. Wir wollen in die Kirche hinein doch leider habe ich wohl das Schild am Eingang übersehen: hier ist nicht nur Kopftuch Pflicht sondern auch ein Rock für Frauen. Ich werde vom Pastor gleich wieder hinaus gebeten. Komisch, die übergewichtigen Russinen in ihren doch recht kurzen Röcken scheinen die Vorgaben des Pastors zu erfüllen…

Georgien: das Kloster Alaverdi
Das Kloster Alaverdi
Park Chavchavadze und das Weingut Schumi

Genug von Klöstern. Wir wollen heute noch zum Ilia See in der Nähe von Kvareli. Daher fahren wir weiter zum Park Chavchavadze, der direkt neben dem Weingut Schumi liegt. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zunächst schlendern wir durch den nett angelegten Park, der offensichtlich wegen des Museums über Alexander Chavchavadze bekannt ist, das wir jedoch nicht besichtigen.

Das Schumi Weingut (Koordinaten: 41.900224, 45.568827) steht so ziemlich in jedem Georgien-Reiseführer, es bietet neben einer Tour auch kostenlose Verkostungen an. Wir bekommen eine Privatführung durch die kleine Weinproduktionsstätte und Fridolin wird von den Winzern eingeladen etwas mitzuhelfen. Auf dem Hof stehen Weinstöcke verschiedenster Rebsorten. Schumi produziert sowohl internationalen Wein in Stahltanks, als auch traditionell georgischen Wein in „Quevris“ (Amphoren), also Tonkrügen. Am Ende der Tour werden wir noch in ein kleines Weinmuseum geführt. Die kurze Privatführung ist interessant und definitiv etwas anderes als eine Führung in einem Weingut in der Toskana.

Georgien: im Weingut Schumi kann Fridolin selbst Hand anlegen und sich an der Weinpresse beweisen
Im Weingut Schumi kann Fridolin selbst Hand anlegen und sich an der Weinpresse beweisen
Georgien: und wieder haben wir süße Welpen gesichtet
Und wieder haben wir süße Welpen gesichtet
Georgien: die Damen planen den Wald-Putz
Die Damen planen den Wald-Putz
Der Weintunnel von Kvareli

Auf dem Weg kommen wir noch am bekannten Gremi-Kloster (Koordinaten: 42.001767, 45.660640) vorbei, dass wir leider aufgrund der einsetzenden Dämmerung nicht mehr besichtigen können. Der Ilia Lake (Koordinaten: 41.954296, 45.797178) ist ein nett angelegter Ausflugssee mit Hotel und Restaurants. Für uns ein guter Ausgangspunkt um am nächsten Tag die bekannten Weintunnel in Kvareli (Koordinaten: 41.934608, 45.835485) zu besichtigen.

Georgien: im Weintunnel
Im Weintunnel der Khareba Weinproduktion

Mit dem Taxi (weil das Weingut weiter weg ist als erwartet) fahren wir zum Weingut Khareba. Offensichtlich ein touristisches Highlight, denn neben uns besichtigen viele Russen und Chinesen die Tunnel. Am Eingang des Weintunnels begegnet uns ein vollkommen betrunkener Russe, es ist gerade mal 12 Uhr mittags – der Wein muss gut sein denken wir uns! Da wir aber noch weiter wollen gibt es für uns nur die Tunnel-Tour. Zusammen mit einem chinesischen Paar gehen wir mit einem Guide einmal durch den Tunnel, zur Verkostungsstation und zurück. Der lange Weintunnel ist beeindruckend und man kann sich ganz gut vorstellen wie hier zu Sowjetzeiten Wein produziert wurde. Ein absolutes Muss ist die Besichtigung des Khareba Weinguts allerdings nicht.

Georgien: eine der super mordernen Public Halls
Eine der super mordernen Public Halls

 

Bevor wir uns auf den Weg zum Lagodekhi Nationalpark machen fahren wir noch zum Klosters Nekresi (Koordinaten: 41.972000, 45.767585). Dieses liegt wunderschön auf einem Hügel. Da wir an diesem Tag noch ein Stück zurücklegen müssen belassen wir es beim Blick von unten und verzichten auf die Klosterbesichtigung.

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