Armenien

Armenien II: Roadtrip durch den Süden

Armenien Beitragsbild Süden

Zorakarer // Kloster Tatev // Seilbahn Wings of Tatev  // Kloster Norawank

Zorakarer – das Stonehenge Armeniens?

So schön der Platz am Chor Virap auch war, die Zeit drängt uns weiter. Wir fahren in Richtung Süden und wählen die Ostroute, da die Westroute durch ein Stück Aserbaidschan führt. Da wir nicht wissen was das mit sich bringt meiden wir den Weg zunächst. Eine Nacht verbringen wir auf dem gut ausgestatteten Crossway Campingplatz (Koordinaten 39.748303, 45.311948) und erreichen schließlich Zorakarer (Koordinaten 39.550488, 46.029136). Von diesem Ort haben wir uns viel erhofft. Immerhin wird er von den Armeniern als das Stonehenge Armeniens angepriesen. Doch da haben sie vielleicht etwas hoch gegriffen… wir werden schnell von dem überschaubaren Steinkreis ernüchtert. Viel steht nicht mehr und möchte man den detaillierteren Ausführungen im Internet Glauben schenken, erfährt man, dass die Hintergründe und der Zweck dieses Ortes kaum erforscht und noch weniger bekannt sind.

Armenien: Zorakarer
Armenien: Zorakarer

Aufgerichtete Basaltsteine sind kreisförmig um ein Steinkammergrab aufgestellt. Einige haben Löcher am oberen Ende. Von dem Steinkreis ausgehend sind weitere Steine in einer Reihe auf zwei Seiten des Kreises aufgestellt. Auf dem Gelände gibt es mehrere Steingrabkammern, die für Laien kaum noch als solche zu erkennen sind. Natürlich gab es einmal Informationstafeln, die jedoch scheinbar der Zeit und Witterung zum Opfer fielen. Dafür gibt es einen kleinen Souvenir-Shop, in dem man sein Handy aufladen kann – man weiß eben was dem guten Touristen wichtig ist… nach einer kurzen Mittagspause auf dem überschaubaren Gelände geht für uns die Fahrt weiter.

Armenien: Der Steinfriedhof Zorakarer
Armenien: Der Steinfriedhof Zorakarer
Armenien: Zorakarer durch eines der Steinlöcher
Armenien: Zorakarer durch eines der Steinlöcher

 

Auf gewundenem Weg zum Tatev Kloster

Im Süden Armeniens fühlen wir uns etwas wie in der Steppe der Mongolei, der Herbst lässt die Wiesen grau-braun erscheinen, in hohen Höhen pudert der Schnee die Hügel. Die Straße verläuft relativ hoch, daher friert es uns auch allmählich. Obwohl wir uns bereits auf 1.500 Höhenmeter befinden, und damit auf Höhe des Tatev-Klosters, gilt es auf den letzten 14 Kilometern noch einmal 500 Höhenmeter bergab und gleich darauf wieder bergauf zu überwinden. Die Straße ist nach unten zwar schön geteert, gleicht auf dem Weg nach oben jedoch einem löchrigen Käse. Das Kloster liegt auf der anderen Seite einer tiefen Schlucht.

Armenien: Kloster Tatev
Armenien: Kloster Tatev

Wir parken nahe dem Kloster und bekommen zum Glück noch etwas Strom zum Einheizen. Denn die nächtlichen Außentemperaturen hier im Oktober sind doch recht kühl. Gleich am nächsten Morgen gehen wir zunächst zum Aussichtspunkt, von wo aus man einen schönen Blick auf das Kloster vor der tiefen Schlucht hat. Zu unserem Pech ist ein Teil des Klosters eingerüstet.

Armenien: im Kloster Tatev
Armenien: im Kloster Tatev

Das Kloster selber ist an den Hang gebaut. Es lassen sich die Kirche, eine Steinsäule im Hof sowie einige ehemals vom Bischof genutzte Räume besichtigen. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Gebäude, in dem vormals Öl gepresst wurde. Hier sind wir ehrlich überrascht wie professionell und anschaulich das ganze Prozedere aufgearbeitet ist und die Räume hergerichtet sind. In dem winzigen Shop finden wir noch eine nette Mitarbeiterin, die uns darüber aufklärt, dass das Öl aus Hanf-Samen gepresst wurde. Lachend versichert Sie uns, dass die Hanfpflanze wirklich NUR zur Ölherstellung genutzt wurde. Mit einem

Zwinkern geben wir ihr zu verstehen, dass wir keinen Zweifel an dieser Tatsache haben…

Armenien: Kloster Tatev in Abendstimmung
Armenien: Kloster Tatev in Abendstimmung

 

 

Im Höhenflug mit der Seilbahn ‚Wings of Tatev‘

Als krönenden Abschluss unseres Tatev-Aufenthaltes und letzte Sehenswürdigkeit im kalten Süden des Landes gönnen wir uns eine Fahrt mit der Wings of Tatev, der längsten in einer Sektion mit einem Tragseil aufgeführten Pendelbahn der Welt. Sie hat eine schräge Länge von 5.750m und schwebt an ihrer tiefsten Stelle noch immer 321m über der Worotan Schlucht. Die Fahrt ist wirklich beeindruckend. Eine nette musikalische und informative Untermalung über die Lautsprecher gibt einen Überblick über die Fakten und weist auf Sehenswertes im Tal hin.

Armenien: Blick aus der 'Wings of Tatev' Seilbahn auf die Serpentin durch das Tal
Armenien: Blick aus der ‚Wings of Tatev‘ Seilbahn auf die Serpentin durch das Tal

Wir überblicken die steilen Serpentin, die wir am Vortag überwunden haben. Von hier oben sieht es noch viel sportlicher aus, als es sich angefühlt hat. Zu sehen ist nun auch ein verlassenes und verwildertes Kloster, sowie ein ehemaliger Aussichtsturm. Die Höhe ist beeindruckend und der Ausblick wunderschön. Wir haben natürlich das Rückfahrticket schon in der Tasche, somit können wir die Fahrt in die andere Richtung gleich erneut genießen. Mit ca. 7€ pro Person für ein Hin- und Rückfahrtticket ist die Fahrt zwar ziemlich teuer, dennoch haben wir diese Ausgabe nicht bereut.

Armenien: Ausblick beim Kloster Tatev
Armenien: Ausblick beim Kloster Tatev

 Armenien: ganz klein erscheint der Schatten der Seilbahn im grün

Armenien: ganz klein erscheint der Schatten der Seilbahn im grün

 Kloster Norawank

Bei der kleinen Stadt Areni gibt es gleich zwei malerische Canyons. In den östlichen fahren wir hinein um zum Kloster zu gelangen, das in einer traumhaften Kulisse liegt. Zu Beginn stehen die Felswände noch nah beieinander, doch bald wird die Schlucht breiter und grüner. Immer näher kommen wir einer in Rottönen leuchtenden Felswand, vor der das Kloster Norawank auf einer Anhöhe thront.

Armenien: Kloster Norawank
Armenien: Kloster Norawank

Das Kloster ist besonders für seine außergewöhnliche, dreistöckige Mausoleumskirche bekannt. Wobei die oberste Etage nur über eine sehr schmale aber fotogene Treppe links und rechts von der Tür erreichbar ist. Hier stehen sie Touristen Schlange um ein Treppen-Bild schießen zu können.

Außerdem zieht der kleine in den Boden eingelassene Zugang Aufmerksamkeit auf sich. Es scheint ein Brunnen-Eingang zu sein. Doch wer sich hinunter in die Dunkelheit wagt stellt fest, dass es sich um einen Mini-Schrein handelt.

Am schönsten ist und bleibt jedoch der Fernblick auf das Kloster vor der imposanten Felswand. Und so halten wir auch auf dem Rückweg noch mehrmals an, um den Ausblick zu genießen und das ein oder andere Foto im Kopf und mit der Kamera zu schießen.

 

Armenien: Balu vor dem Kloster Norawank
Armenien: Balu vor dem Kloster Norawank

2 Gedanken zu „Armenien II: Roadtrip durch den Süden

    1. Für eine Achäologin gibt es mit Sicherheit noch viel zu entdecken und erforschen! Warst du schon in Armenien? Das LAnd zu besuchen ist nicht nur wegen der Steinkreise spannend 🙂
      Beste Grüße, Janine

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