Armenien

Armenien: Wissenswertes rund um die Ein- und Durchreise (mit dem eigenen Auto)

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Die Grenze

Von Tiflis aus haben wir den mittleren Grenzübergang nach Armenien gewählt, nahe Gogavan. Leider sind hier die letzten 13 km auf georgischer Seite extrem schlecht zu fahren, wir haben dafür fast eine Stunde gebraucht. An der Grenze waren wir dafür die Einzigen und mussten nicht anstehen.  Die Grenzabwicklung sowohl auf georgischer als auch auf armenischer Seite war problemlos.  Auf armenischer Seite ist die Straße dann wieder gut.

Bei der Ausreise haben wir die Route durch das Grenzgebiet zu Aserbaidschan gewählt. Denn die Strecke über Alaverdi ist teilweise wegen Bauarbeiten gesperrt. Zwar rät das Auswärtige Amt von dieser Route wegen der Nähe und dem Grenzkonflikt mit Aserbaidschan ab, jedoch ist davon nichts zu spüren. Selbst direkt im Grenzgebiet ist nicht einmal ein erhöhtes Kontrollverhalten zu erkennen.

 

Einreisestempel Armenien

Wir nutzen hierfür unsere Zweitpässe, da wir später mit dem anderen noch nach Aserbaidschan einreisen wollen. Damit wir dabei keine Probleme bekommen möchten wir die Stempel in den Pässen trennen. Doch der Grenzbeamte in Armenien ist aufmerksam und wundert sich, dass der georgische Ausreisestempel fehlt. Letztlich klappt jedoch alles und die Einreisestempel haben wir schon mal.

 

Straßennutzungsgebühren

Weiter geht es zum Zoll. Dafür müssen wir mit unseren Fahrzeugpapieren im „Büro“ erscheinen. Die notwendigen Fahrzeuginformationen zur Bestimmung der Straßennutzungsgebühren aus unserem Fahrzeugschein werden notiert. Dann bekommen wir einen handgeschriebenen Zettel mit einer Zahl überreicht. Wir zahlen gleich beim Fenster nebenan, der Bank, ca. 34€. Zahlbar in georgischen Lari, Euro oder Dollar. Damit haben wir nach unserer Recherche den korrekten Betrag für 15 Tage Aufenthalt gezahlt und kein „Extra“ für die Beamten. Anschließend bekommen wir einen Zettel auf dem alles bestätigt ist. Diesen müssen wir bei der Ausreise wieder vorlegen und abstempeln lassen.

 

Auto-Versicherung

Wir bekommen zudem einen Info-Zettel über die Pflicht einer armenischen Auto-Versicherung vorgelegt. Diesen müssen wir unterschreiben. Dass wir eine deutsche Versicherung haben scheinen sie nicht zu verstehen oder es ist ihnen egal. Abschließen muss man diese sowieso erst hinter der Grenze. Also sind wir beim Zoll fertig und passieren erfolgreich die Grenze. Dann stellt sich noch die Frage: Autoversicherung ja oder nein. Eigentlich haben wir eine Deutsche, aber wir mussten ja diesen Zettel unterschreiben… wir entschließen uns hinter der Grenze noch eine armenische abzuschließen um auf Nummer sicher zu gehen. Diese kostet uns ca. 13€ für 15 Tage. Zahlbar in Euro oder Dram aber möglichst passend, unser Rückgeld bekommen wir in Dollar und Rubel. Während unserer 11 Tage in Armenien wurden wir 1x von der Polizei kontrolliert, sie wollten ausschließlich den Versicherungsschein sehen. Daher waren wir froh diese abgeschlossen zu haben.

Übrigens: für Motorradfahrer fallen die o.g. Kosten für die Einfuhr des Fahrzeuges nicht an.

 

Bargeldversorgung

Gleich in Stepanavan finden wir eine Bank um Geld abzuheben. In den Städten scheint es ausreichend Geldautomaten zu geben, Geldversorgung im Land ist kein Problem. Gerechnet wird in armenischen Dram, 1€ entspricht ca. 570 Dram (Stand September/Oktober 2017).

 

SIM-Karte

Auch eine SIM-Karte besorgen wir uns bei erster Gelegenheit in Stepanavan. Gegen Vorlage des Reisepasses bekommen wir für wenige Euro eine Simkarte, die über die Dauer unseres Aufenthaltes gültig ist und super schnelles Internet bietet.

 

Diesel/Tankstellen

Wir hatten nie Probleme eine Tankstelle auch mit Diesel zu finden. Diesel kostet 0,65€/Liter.

 

Kostenniveau

Armenien scheint unserem Eindruck nach etwas teurer zu sein als Georgien. Lebensmittel sind zwar günstig, auch Diesel/Benzin ist verhältnismäßig preiswert. Doch beispielsweise Campingplätze gehen (vergleichsweise) ganz schön ins Geld. Und auch Sehenswürdigkeiten wie z.B. Wings of Tatev sind ebenfalls kostspielig.

 

Campingplätze/ Stehplätze

In Armenien kann man scheinbar überall in freier Natur stehen, was wir problemlos mehrmals genutzt haben. Aber zu unserer Überraschung gibt es auch echte gut ausgestattete Campingplätze (im Gegensatz beispielsweise zu Georgien). Wir können den Crossway Campingplatz bei Yeghegnadzor (Koordinaten: 39.7482, 45.311484) und den 3G Campingplatz in Gokht (Koordinaten 40.137798, 44.777124) wärmstens empfehlen. Der 3G Campingplatz war sogar so gut, dass wir aus dem Stauen gar nicht mehr raus kamen. Mit Pool, super moderner Küche und neuwertigen Sanitäranlagen war dies sogar der beste Campingplatz auf dem wir jemals waren (und wir waren schon in Frankreich, Italien, Griechenland, etc.). Pro Nacht muss mit ca. 7-10€ gerechnet werden.

 

Lebensmittel

Kleine Läden gibt es überall. Wie schon in Georgien gibt es in den meisten eine kleine Auswahl bestimmter Lebensmittel. Teilweise geht man aber auch umsonst hinein weil die Regale größtenteils leer sind. In Armenien haben wir einen einzigen größeren Supermarkt gefunden. Ansonsten muss man sich alles in kleineren Märkten zusammensuchen.

 

Verkehr

Der Verkehr ist deutlich gesitteter als in Georgien. Doch auch hier kommt es zu einigen waghalsigen Fahrmanövern. Es gibt viele Blitzer und wir wurden 1x von der Polizei kontrolliert, ob wir eine Versicherung haben. Die Hauptstraßen um Jerewan sind in einem guten Zustand, je abgelegener die Straßen sind, umso schlechter sind die Straßen und umso langsamer kommt man voran.

 

Visum

Ein Visum ist für uns nicht notwendig. Man kann als deutscher Staatsbürger bis zu 180 Tage visumsfrei einreisen.

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