Armenien

Armenien III: Roadtrip durch den Nord-Osten

Armenien: Beitragsbild Nord-Osten

Camping 3G // Basalt Formationen // Garni Tempel // durch den Nord-Osten

3G Camping – eine Oase der Entspannung und weltbester Campingplatz

Armenien hat einiges an Klöstern zu bieten, doch auf dem Weg zurück in den Norden brauchen wir mal wieder eine kleine Verschnaufpause. Wir lassen Jerewan links liegen und fahren über eine Abkürzung, die uns zwar Kilometer aber definitiv keine Zeit gespart hat, dank der löcherigen Holperstraße, auf direktem Weg zum Campingplatz 3G (Koordinaten: 40.137798, 44.777134). Als wir ankommen werden wir von netten armenisch sprechenden Mitarbeitern begrüßt, leider sind die Eigentümer des Platzes verreist. Macht aber nix. Es sind auch deutsche Reisende anwesend, die uns über die Sprachbarrieren hinweg helfen und nicht zuletzt bereits einige Tage hier verbracht haben. Schnell erschließt sich uns der Grund: dieser Platz ist so angenehm, dass man hier leicht versacken kann. Es gibt eine große Terrasse mit Aussicht, eine Dachterrasse mit Hollywood-Schaukel (und schöner Aussicht), einen großen Pool, super moderne sanitäre Anlagen, eine riesige moderne Küche und einen gemütlichen Aufenthaltsbereich. Die gesamte Anlage ist super sauber und in einem top Zustand. Wir übertreiben wirklich nicht, wenn wir sagen, dass dies einer der besten Campingplätze ist, auf dem wir jemals waren.

Armenien: 3G Camping Pool und Haupthaus
Armenien: 3G Camping Pool und Haupthaus

Wir freuen uns auch sehr hier andere Reisende zu treffen, mit denen wir uns austauschen können. Uwe und Sabine von follow the blue sky sind auf einem Motorrad unterwegs, Olliver und Corinne von the Slowriders sind auf einem Motorrad mit Beiwagen nach Afrika unterwegs. Allen vieren wünschen wir eine sichere Reise!

Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben, damit wir im Norden von Armenien noch einiges anschauen können. Doch an diesem heimeligen Platz macht sich bei uns die Bequemlichkeit breit. Aus einer Nacht werden zwei, und aus zwei werden drei. Jeden Tag reden wir uns ein, dass wir uns das zeitlich leisten können, kürzen die Liste der Sehenswürdigkeiten für den Rückweg und verlängern die Fahrstrecken.

Armenien: 3G Camping Terrasse
Armenien: 3G Camping Terrasse

 

Beeindruckende Basalt Formationen

Trotz der Gemütlichkeit, die uns im 3G Campingplatz eingeholt hat, machen wir uns auf den Weg die Gegend zu erkunden. Vom Campingplatz aus zu Fuß kann man das Geghard Kloster in östlicher Richtung erreichen. Wir entscheiden uns für den Weg in Richtung Westen. Denn dort soll es beeindruckende sechseckige Basalt-Formationen geben. Immer dem Fluss folgend erreichen wir nach einigen Kilometern tatsächlich hinter einem Restaurant  die bizarren Formationen stehen (Koordinaten 40.111042, 44.73366).

Armenien: eckige Basalt-Formationen
Armenien: eckige Basalt-Formationen

Von jetzt auf plötzlich hat sich die Gesteinsform rechts und links vom Fluss aber auch im und am Fluss geändert und überall wo wir uns umschauen sind wir umringt von eckigen Basaltsteinen. Sie hängen von der Wand, erheben sich vom Boden und prägen das Bild der Umgebung markant. Unter diesen Steinsäulen zu stehen, die sich vor tausenden von Jahren aufgrund entsprechender Druckverhältnisse geformt haben, beeindruckt uns sehr. Fast 2 Kilometer zieht sich so das Tal dahin.

Armenien: Basalt-Formationen
Armenien: Basalt-Formationen

Dann beginnen wir mit dem Aufstieg aus dem Tal nach oben. Vorbei an einer riesigen ekligen Spinne (so groß war die gar nicht meint Fridolin), unter Walnussbäumen durch erreichen wir nach dem kurzen aber steilen Aufstieg den Garni Tempel.

Armenien: eckige Basalt-Formationen
Armenien: eckige Basalt-Formationen

 

Der Garni Tempel

Direkt oberhalb der sehenswerten Basaltformationen thront der Garni-Tempel über dem Tal (Koordinaten 40.112406, 44.729839). Irgendwie scheint er deplatziert in Armenien. Bisher haben wir noch kein solches antikes Bauwerk in diesem Land gesehen. Das griechisch-römische Design ist imposant, gut erhalten (rekonstruiert) und verzichtet auf unnötige Detaillierung (wie unser Reiseführer es immer so schön ausdrückt, wenn Gebäude komplett schmuck- und schnörkellos sind). Auch die Aussicht auf das Tal kann sich sehen lassen. Leider sieht man von diesem Blickwinkel nicht direkt auf die tollen Steinformationen. Alles in allem gibt es jedoch auf dem Gelände nicht viel mehr zu sehen als den kargen Steinbau. Und so machen wir uns auf den Rückweg. Schnell finden wir ein Taxi, jedoch macht uns das Sehvermögen unseres betagten Fahrers etwas Sorgen. Immerhin fährt er mit einer Geschwindigkeit, als hätte er die Augen und das Reaktionsvermögen eines Jungspuntes… natürlich waren unsere Sorgen unbegründet und wir verbringen einen weiteren gemütlichen Abend in unserem neuen Lieblingscampingplatz 3G.

Armenien: Garni Tempel
Armenien: Garni Tempel

 

Im Eiltempo durch den Nord-Osten

Am Ende sind wir 3 Nächte im 3G Camping geblieben und düsen von hier aus in den Norden. Wir machen nur einen kurzen Abstecher zum Sevan lake, der an dieser Stelle jedoch sowieso nicht der Hingucker ist (vielleicht reden wir uns das auch nur ein, weil wir so viel Zeit vertrödelt haben). Oberhalb des Sevan Lake, hinter einem langen Tunnel verändert sich die Landschaft schlagartig. Plötzlich ist es hügelig, waldig und die Straßen sind von Laubbäumen gesäumt. Der Herbst hinterlässt seine Spuren, färbt die Bäume und fordert ihr Laub. Wir verbringen unsere letzte Nacht in Armenien auf dem Parkplatz eines Eco-Resort an unserer Route. Einer der Haus- und Hofhunde hielt Fridolins Bein für einen leckeren Knochen und beißt zu, zum Glück nicht allzu doll. Das hätte uns gerade noch gefehlt.

Da die Route zwischen Alaverdi und Wanadzor aufgrund von Straßenarbeiten gesperrt ist, nehmen wir die östlichste Verbindung entlang der aserbaidschanischen Grenze. Vom Grenzkonflikt, extrem hohem Militäraufkommen oder starken Kontrollen ist hier nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Uns, sowie anderen Reisenden, erscheint die Route sicher und wir genießen die Ausblicke nach Aserbaidschan, das Land in das wir als nächstes Reisen möchten. Doch zunächst führt unsere Straße zurück nach Georgien. Die Grenzüberquerung verläuft reibungslos, ab jetzt erwartet uns wieder der irre georgische Verkehr.

Armeniens Seidenstraße
Armeniens Seidenstraße

 

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Bevor es zu Missverständnissen kommt: dies ist keine Schleichwerbung sondern unsere ehrliche und persönliche Meinung. Wir haben für diese Meinung und/oder diesen Bericht kein Geld erhalten oder wurden anderweitig bestochen.

 

 

 

 

 

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