Aserbaidschan

Aserbaidschan – Eiszeit, Steinzeit, Blubberzeit

Aserbaidschan: Beitragsbild Mud Volcanoe

Felsmalereien in Gobustan // Schlamm Vulkane // Hirkan Nationalpark

Felsmalereien aus der Steinzeit

Ca. 50 km südlich von Baku gibt es das Gobustan Schutzgebiet. Hinter einem Museum kann man auf eine der Erhebungen in der Landschaft fahren und findet dort einen gekennzeichneten Weg, der entlang von Felsen mit steinzeitlichen Felsenzeichnungen führt. Diese sind aufgrund ihres Alters und ihrem guten Zustand zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Zurecht finden wir. Zwischen den noch gut erkennbaren in Stein geritzten Malereien von Menschen, Gazellen, Stieren und Jägern fühlen wir uns in eine andere Zeit zurückversetzt.

Aserbaidschan: steinzeitliche Felsenmalereien
Steinzeitliche Felsenmalereien

 

Blubbernde Matsch Vulkane

Etwas südlich vom Gobustan Gebiet fahren wir abseits der Hauptstraße auf eine Erhebung in der Landschaft. Schon die Straße ist matschig und schlammig, für uns eine kleine Herausforderung. Oben angekommen finden wir ein großes Areal voller Schlammvulkane! Was für ein Anblick. Kleine und große, aktive und ruhige – überall blubbert und spuckt es Schlamm. Hätten wir nur Gummistiefel dabei… überall steigen wir auf die Schlammberge, illern in die Krater und warten auf den großen Blubb!

Aserbaidschan: große Schlammvulkane
Große Schlammvulkane

Etwas abseits steht ein besonders großer Schlammvulkan, dessen matschiger Krater bestimmt 2-3m Durchmesser hatte. Mit einem Holzstab kann man auch mal in die Tiefe stochern und da ist bei ca 3m noch kein Ende zu spüren. So spaßig das auch ist. Wenn doch mal der große Blubb bei so einem großen Krater kommt werden wir ganz schön schmutzig…

Die Schlammvulkane sind die spaßige Seite des austretenden Gases in Aserbaidschan. Und das Grau ist keine Folge des austretenden Öles sondern einfach nur Matsch. An anderen Stellen wird Öl und Gas bewusst aus der Erde geholt und zu Geld gemacht. So kommt der Staat zu seinem Reichtum.

Aserbaidschan: blubbernder Schlammvulkan
Blubbernder Schlammvulkan

Übrigens haben wir ihn gesehen und sogar gefilmt, den großen Blubb! In diesem Video kannst du ihn dir auch anschauen.

 

Überlebender der Eiszeit: der Urwald im Hirkan Nationalpark

Langsam begeben wir uns Richtung Süden. Unser Iran-Visum ist ab Ende November gültig und wir haben noch einen grünen Fleck auf der Karte entdeckt: den Hirkan Nationalpark. Wir möchten irgendwo im Park campen, doch im Nationalparkzentrum sagt man uns das wäre nicht erlaubt. Schade! Sie geben uns noch den Tipp, dass es in der Nähe vom Park ein Restaurant gibt, bei dem wir eventuell stehen können. Wir versuchen unser Glück. Mit etwas Suchen und Fragen finden wir das Restaurant und werden freundlich empfangen mit einem Tee aufs Haus, lautstarkem Fernsehprogramm das für uns extra auf einen Musiksender umgestellt wurde, und von einem netten Besitzer.

Er zeigt uns wo er den Schlüssel für das Tor lagert, falls wir morgens früh los wollen können wir uns einfach selber aufschließen. Was für ein Vertrauen von einem fremden Menschen in seine Gäste! Doch er hofft wir frühstücken noch mit ihm, was wir sehr gerne tun. Zum Frühstück schmeißt er sich in Schale und wir bekommen ein tolles Mahl aufgetischt. Obwohl wir uns aufgrund der Sprachbarriere nicht verstehen finden wir einen Weg zu kommunizieren und haben eine schöne Zeit. Zum Abschied bekommen wir noch jede Menge Früchte aus seinem Garten. Einige davon kennen wir gar nicht. Was für eine Schmach, dass wir als Europäer nur ein kleines Früchterepertoire haben und schon gar nicht wissen wie und wo die meisten Früchte wachsen.

Aserbaidschan: Farbenpracht im Hirkan NP
Farbenpracht im Hirkan NP

Wir fahren erneut zum Nationalparkzentrum um das Eintrittsgeld für den Park zu zahlen und einen Überblick zu bekommen was wir uns anschauen dürfen. Der Ranger spricht sehr gut englisch und ist so freundlich uns an seinem eigentlich freien Tag sogar in den Park zu begleiten. Mit ihm fahren wir in das Schutzgebiet und erfahren viel über die Flora und Fauna. Er zeigt uns auch die Höhlen der großen Stachelschweine. Leider bemerkt er, dass vor vielen der Eingänge zu den Höhlen Fallen angebracht sind. Denn arme Menschen fangen die Tiere und essen sie. Wir beseitigen gemeinsam alle Fallen die wir finden und hoffen, dass so schnell keine neuen angebracht werden.

Aserbaidschan: der Eingang einer Stachelschwein-Höhle
Der Eingang einer Stachelschwein-Höhle

Der Hirkan Nationalpark ist Teil eines ursprünglichen Urwaldes, der nicht von der Eiszeit zerstört wurde. Von hier aus hat sich nach der Eiszeit der Urwald zurück nach Europa entwickelt. Eine Besonderheit sind die Iron-Wood Bäume. Eine spezielle Baumart, dessen Holz auch von verschiedenen Bäumen immer wieder zusammenwachsen und getrennt werden kann. Auch wenn Teile eines Baumes absterben kann der restliche Baum sich fortentwickeln. Und noch eine Besonderheit dieses Baumes sind seine farbenfrohen Herbstblätter, die wir in vollen Zügen genießen konnten.

Der herbstliche Park zeigt sich von seiner schönsten Seite und die Zeit vergeht wie im Flug.

Aserbaidschan: kurz vor der Ausreise
Kurz vor der Ausreise

 

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