Aserbaidschan

Aserbaidschans Absheron Halbinsel – Stadt der Winde im Land des Feuers

Aserbaidschan: Beitragsbild Absheron Halbinsel
Stadt der Winde Baku

Von Seki aus fahren wir direkt nach Baku weiter. Vom ländlichen in die große Stadt. Oder eher Metropole. Wir parken relativ zentral am kaspischen Meer auf einem großen öffentlichen Parkplatz (Koordinaten: 40.357495, 49.835201). Hier stehen wir sicher und können in wenigen Minuten zu Fuß entlang der Promenade die Innenstadt erreichen.

Zwischenziel Kaspisches Meer: Check!

 

Aserbaidschan: Willkommen in Baku!
Willkommen in Baku!

Balu bekommt einen schönen Meerblick während wir die Innenstadt erkunden. Hier geht es zu wie in jeder anderen Metropole. Wir schlendern durch die Straße und man könnte vergessen wo man ist denn die Geschäfte und Cafés sind dieselben wie überall anders auf der Welt auch. Wir verbringen fast 2 Wochen in den Cafés der Stadt und werden Stammgäste bei diversen Falafel-Geschäften, vor allem bei Köz Döner. Hier gibt den leckersten Chicken-Falafel überhaupt!

Aserbaidschan: Flame Towers in Baku bei Nacht
Flame Towers in Baku bei Nacht

Der Beiname Bakus ist „Stadt der Winde“. Was wir am eigenen Leib spüren. An vielen Tagen ist es, wie häufig an großen Gewässern, sehr windig. Doch einen Tag und eine Nacht bläst uns der Wind so unglaublich stark um die Nase, dass wir ganz schön die Hüte festhalten müssen und sogar Balu seine Ladung fester verzurrt um nicht abzuheben. Die Nacht ist unruhig, denn so ein Wind macht ganz schön Lärm. Und dann auch noch der Regen. Am nächsten Morgen stehen unglaublich viele städtische Helferlein auf der Straße und fegen das Wasser von der Promenade, damit diese auch weiterhin blitzt und glänzt, pfützenfrei.

Nicht nur Reinigungspersonal sehen wir in Massen, sondern auch Sicherheitskräfte und Kameras. Sicherheit scheint hier im Zentrum auf jeden Fall kein Problem zu sein. Selbst um unseren Balu, um dessen Sicherheit wir stets besorgt sind, machen wir uns keine Gedanken.

Aserbaidschan: Baku
Baku

 

Sehenswertes in Baku

Baku hat eine auf dem Papier eine ganze Reihe an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wir haben uns eine ausgiebige Sightseeing Tou gespart, da wir lieber die Atmosphäre einer Stadt aufsaugen anstatt deren Highlights abzuklappern. Am Besten gefiel uns daher der Spaziergang über die üppige und ewig lange Promenade. Von hier aus hat man auch tags- und nachs einen guten Blick auf die Flame-Towers. Am Rande ist der Flag Square zu finden, auf dem normalerweise eine riesige Flagge weht – leider nicht während unseres Besuchs. Auch soll man vom Aussichtspunkt im Westen der Stadt einen schönen Ausblick haben – hier fährt eine Bahn hoch.

Aerbaischan: Teppichmuseum Baku
Teppichmuseum Baku

Im Westen der Stadt an der Promenade stehen außerdem das Riesenrad von Baku und das Teppichmuseum. Das Museum macht zwar von außen und auf den ersten Blick von innen einen guten Eindruck, ist aber leider ein Reinfall – von einem Besuch raten wir ab. Gleich hinter der Promenade findet sich die restaurierte Altstadt. Hier sind der Jungfrauenturm und der Palast der Schirwanschahs besonders bekannt. Aber auch moderne Architektur findet in Baku Anklang. So ist das Heydar Aliyev Cultural Center ein außergewöhnliches architektonisches Bauwerk, denn es ist keine einzige Ecke im ganzen Gebäude zu finden.

Aserbaidschan: In der Altstadt von Baku
In der Altstadt von Baku
Schlangenreichtum im Absheron Nationalpark

Der äußerste Zipfel auf der Absheron Halbinsel, der in das kaspische Meer ragt, ist der Absheron Nationalpark. Ein großes Schutzgebiet, das zum Schutz der vielen Tierarten, vor allem Vögel und Robben, gegründet wurde. Und mit dem Schutz nehmen sie es sehr ernst. Es gibt nur eine Straße, die sich mehrere Kilometer bis zum Zipfel zieht. Doch wir dürfen nicht mit dem Auto passieren, sondern dürfen uns nur zu Fuß im Park bewegen. Obwohl der Wachmann 24h am Eingang ist dürfen wir bis maximal 16 Uhr im Park bleiben.

Aserbaidschan: Speed-Boat im Absheron Nationalpark
Speed-Boat im Absheron Nationalpark

Leider sieht man auf den ersten Kilometern der Straße noch nicht besonders viel von der schönen Natur und der Tiervielfalt. Dennoch gelingt es uns, am ersten Tag Rehe und einen Fuchs zu sichten. Am zweiten Tag werden wir von einem Ranger relativ weit zur Spitze der Landzunge mitgenommen. Hier sehen wir unglaublich viele Schlangen! So viele Schlangen hat nicht mal einer von uns in seinem ganzen Leben gesehen. Sie wärmen sich in der Sonne und werden von uns bei ihrem Sonnenbad gestört, so dass sie sich immer wieder ins Wasser oder ins Gebüsch zurückziehen. Leider haben wir viel zu wenig Zeit, da wir uns an die Vorgaben des Rangers halten wollen rechtzeitig den Park zu verlassen.

Glücklicherweise liegt der Park an sich schon so abgelegen auf der Insel, dass wir ungestört direkt vorm Eingang für 2 Nächte unser Lager aufschlagen können (Koordinaten: 40.293762, 50.351761).

Aserbaidschan: eine der unzähligen Schlangen im Absheron Nationalpark
Eine der unzähligen Schlangen im Absheron Nationalpark

 

Der Burning Mountain gleicht eher einem Lagerfeuer

Die Absheron Halbinsel hat mehr zu bieten als nur Baku. Sogar einige Sehenswürdigkeiten sind auf der Karte verzeichnet. Zunächst fahren wir zum „burning mountain“ oder auch Yanar Dag (Koordinaten: 40.501774, 49.891289).

Was haben wir uns da vorgestellt. Ein Berg, aus dem Gas dringt, das angezündet wurde. Ok vielleicht haben wir uns eher einen Hügel vorgestellt trotz des imposanten Namens. Was wir finden ist ernüchternd. Am Fuße eines Hügelchens brennt an einer eher kleinen Stelle etwas Gas. Es gleicht eher einem großen Lagerfeuer als einem brennenden Berg…

Aserbaidschan: Burning Mountain
Burning Mountain

 

Ausflug in die Geschichte: der Feuertempel Ateshgah

Auch einen Feuertempel des zoroastrischen Glaubens gibt es zu sehen (Koordinaten: 40.415548, 50.008568). Die Feuerverehrung ist eine sehr alte Glaubensrichtung in dieser Region. Sowohl in Aserbaidschan als auch später im Iran gibt es mehrere Überreste von Feuertempeln zu sehen. Dieser Spezielle wurde im 17./18. Jahrhundert erbaut und auch für hinduistische Rituale genutzt. Mit Beginn der Ölförderung in diesem Gebiet wurde er allerdings aufgegeben. Erst seit 1975 wurde er als Museum wieder eröffnet. Um den kleinen pavillonartigen Tempel mit dem Feuer in der Mitte sind restaurierte Räume, in welchen man sich über den zoroastrischen Glauben sowie die Geschichte dieses Ortes informieren kann. Leider haben wir den Feuertempel nicht in voller Pracht gesehen, denn normalerweise sollten auch die 4 Ecken auf dem Tempel in Flammen stehen. Ein kurzer Ausflug in diese spezielle Geschichte und Glaubensrichtung ist aber sehr spannend.

Aserbaidschan: Feuertempel Ateshgah
Feuertempel Ateshgah

 

Eine Stadt am Öl

Wie fast überall auf der Welt gibt es auch hier eine Burgruine (Koordinaten: 40.453785, 49.981745). Nur von dieser hier soll man einen spannenden Blick auf die umliegenden Ölfelder und Ölpumpen haben. Die Burg scheint kein echtes Touri-Highlight zu sein. Denn den Weg dahin zu finden war gar nicht mal so einfach. Zudem war sie geschlossen als wir ankamen und es machte nicht den Anschein als würde hier noch jemand die Tür für Besucher öffnen.

Aserbaidschan: Pferdekopfpumpe auf der Absheron Halbinsel
Pferdekopfpumpe auf der Absheron Halbinsel

Dennoch hatten wir von der Anhöhe einen guten Blick auf das Umland. Nur wenige Kilometer entfernt konnten wir auch gut die modernen Häuser von Baku ausmachen. Und im Vordergrund die bescheidenen Behausungen der Ölarbeiter direkt zwischen den Ölfeldern und -pumpen. Wir haben gleich die Gelegenheit genutzt und sind mit Balu noch etwas durch die Ölfelder gecruist. Links und rechts die schaukelnden Pferdeköpfe. Und raus aus dem tristen, teilweise schwarz meliertem Ölfeld, rein in die auf Hochglanz polierte Stadt mit den prachtvollen Hochhäusern. Was für ein Kontrast! Häufig trennen arm und reich, Ölfeld und Stadt nur eine der vielen kitschigen, künstlichen Mauern im Burgen-Stil.

Aserbaidschan: Ölfeld vor den Toren Bakus
Ölfeld vor den Toren Bakus – im Hintergrund sind bereits die Hochhäuser der Stadt zu sehen