Iran

Warum Irans Gastfreundschaft eine ganz besondere und unvergleichliche ist

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Gastfreundschaft. Was für ein abgenutztes und verbrauchtes Wort. Gastfreundliche Menschen trifft man überall auf der Welt. Wir haben in jedem Urlaub sowie während unserer gesamten Reise überaus gastfreundschaftliche Menschen und Völker kennen gelernt. Sogar in Deutschland kann man gastfreundschaftliche Menschen finden…

Wir haben diese Art des Entgegenkommens gegenüber Fremden und Ausländern auf unserer Reise sehr zu schätzen gelernt und lieben das Reisen allein schon aufgrund der GASTFREUNDSCHAFT.

Warum also sollten wir die Iraner als besonders gastfreundlich beschreiben? Warum sie aus der Masse herausheben? Ganz einfach: die Art und Weise der Gastfreundschaft im Iran ist eine ganz besondere, mit besonderen Merkmalen und Eigenheiten, die wir so niemals irgendwo anders erlebt haben.

Es gäbe tausende Beispiele aus unseren 3 Monaten im Iran, die unsere Einschätzung verdeutlichen könnten. Wir wählen nur einen kleinen Ausschnitt: die letzten Tage im Iran. Diese haben wir damit zugebracht von Teheran nach Turkmenistan zu reisen, entlang der Küste des Kaspischen Meeres.

Unsere Zeit in Teheran, in der wir vor allem auf das Turkmenistan Visum gewartet haben, haben wir bei einem ganz besonderen lieben Paar verbracht. Diese haben wir wenige Monate zuvor am Van-See in der Türkei getroffen. Dort haben wir leider nur ganze 10 Minuten miteinander sprechen können. Doch wir haben Telefonnummer getauscht und blieben in Kontakt. Als wir nach Teheran kamen luden sie uns einfach ein in ihrer Wohnung zu wohnen, solange wir möchten. Sage und schreibe 2 wunderbare Wochen haben wir allen in allem mit diesen wunderbaren Menschen verbracht. Wir waren auf einer Wellenlänge und hatten eine schöne gemeinsame Zeit. Jetzt stell dir vor, wir haben diese Menschen nur 10 Minuten getroffen und sie laden uns ein in ihrer Wohnung zu wohnen!

Unser nächster Stopp nach Teheran war der Golestan Nationalpark. Hier gibt es Zelt- und BBQ-Plätze. Wir haben Balu für die Nacht vorbereitet, als schon im Dunkeln noch ein Ranger kam. Da die Kommunikation schwierig war rief er geschwind jemanden an und es kamen weitere Ranger. Sie sagten es wäre zu gefährlich im Park zu campen wegen der Wildschweine und ihrer Jungen. Sogleich werden wir zur Station des „Roten Halbmond“ (Equivalent zum Rotem Kreuz) gebracht. Hier bekommen wir ein geheiztes Zimmer, ein warmes Abendessen, ein Mannschaftsfoto mit den Mitarbeitern, einen sicheren Parkplatz und nicht zuletzt einen spannenden Abend mit netten Gesprächen.

Letzter Stopp vor der Grenze ist Bodjnurd. Hier waschen wir das Auto für Turkmenistan und verprassen unsere letzten Rial. Wir stellen uns in einen öffentlichen Park vor das Sicherheitshäuschen. Schon am nächsten Morgen wartet ein junges Mädchen mit ihrem Vater eine geschlagene Stunde vor dem Auto, bis sie uns sieht und sogleich zu sich nach Hause einlädt. Sie liebt Ausländer und freut sich, ihr englisch verbessern zu können. Außerdem möchte sie uns ihre ganze Familie vorstellen und uns ihr Haus zeigen. Wir werden zum Mittag in ihr Heim eingeladen. Als wir abends im Bus verschnaufen klopft es wieder. Mohsen, ein bei Overlandern bekannter und hilfsbereiter Iraner, steht vor der Tür. Wir gehen auf einen Tee in seine Werkstatt und führen spannende Gespräche. Was für ein ereignisreicher Tag.

Am nächsten Morgen möchten wir aufbrechen. Doch zunächst bekommt Fridolin, der immer etwas vor mir wach ist, lecker Frühstück beim Parkwächter. Kurz bevor wir aufbrechen finden wir dann noch einen Zettel an der Windschutzscheibe. Ein iranisches Paar hat unser Auto gesehen und würde sich gerne mit uns treffen. Was für eine Ehre. Leider haben wir den Zettel zu spät entdeckt und mit einem Treffen klappt es nicht mehr. Dafür tauschen wir Instagram-Accounts aus und bleiben in Kontakt.

Diese kurzen Geschichten sind nur ein kleiner Einblick in die Freundlichkeit der Iraner. Solche Erlebnisse hatten wir jeden Tag auf den Straßen Irans. Immer wieder kommen Menschen auf uns zu, die ehrlich interessiert sind, nur hallo sagen möchten oder uns Brot oder auch anderes schenken. Wir hatten niemals den Eindruck, dass einer der Menschen die wir getroffen haben böse Absichten hat oder Taarof betrieb. Wir haben uns über die gesamten 3 Monate rundum wohl gefühlt und werden die iranische Gastfreundschaft als eine ganz besondere in Erinnerung behalten.

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